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Archiv für Juni, 2011

Long way home…

21. Juni 2011 Keine Kommentare
Long way home...

4.185 km sind wir gefahren, bis ich mitten in der Nacht, nach einem Unwetter in Innsbruck, wieder heimatliche Scholle betreten habe.

Die Ueberfahrt von Igoumenitsa nach Ancona dauerte dann statt bis 12:30h, bis 14:00h, so dass nach aufroedeln und dem Versuch, den Hafen schnell zu verlassen1 das Mautticket fuer die Autobahn erst um 14:51h gezogen werden konnte. Da die Schulter sowieso laediert ist, sparte ich mir jegliche Exkursionen auf diverse Paesse an denen ich theoretisch vorbeigekommen waere und trat die 750 km Heimreise von Ancona auf der Autobahn an. Lediglich zum tanken von Mopped und Fahrer2, wurde mal gehalten. Da, bis auf ein Unwetter in Innsbruck, keinerlei aufregendes passierte3, gibt es auch kaum Bilder. Morgens auf der Faehre hielt ich die Sonne noch fuer einen guten Kumpel, spaeter war mir klar, das Ding will mich toeten .. ausdoerren, vertrocknen, in den Hitzetod treiben… aber ich war schneller.

Leider habe ich die 100.000 km Marke nicht geknackt. Da haette ich sogar ein alkoholfreies Bier drauf getrunken. So wird die magische Marke eben irgendwo zwischen Heimat und Buero fallen, nehme ich an.

Fazit: Unbedingt wieder besuchen: Ungarn, Rumaenien und Bulgarien. Weniger wichtig: Griechenland4, Italien5, Oesterreich6, Slowakei7. Auf der ToDo Liste: Albanien, Kosovo und immer noch Odessa. Hier regnet es gerade … es stuermt, es giesst, es ist eine Wohltat.

  1. wie alle anderen von der Faehre auch []
  2. dringend notwendig, es waren auch hier durchgehend 30°C []
  3. wie so oft bei einer reinen Heimreiseetappe []
  4. eindeutig zu teuer fuer das Gebotene []
  5. schon tausendmal gesehen []
  6. liegt vor der Haustuer, ist also kein echtes Urlaubsland []
  7. bisschen trist []

TransGreece…

20. Juni 2011 Keine Kommentare
TransGreece...

nach einem Fruehstueck1 vor dem kleinen Laden, den wir des Naechtens zugeparkt hatten, ging es los in die Berge Griechenlands. Von Thessaloniki nach Igoumenitsa sind es zwar „nur“ 350 km, wenn man die Autobahn aussen vor laesst aber diese 350 km gehen mitten durch die Berge. Unglaublich schoen aber auch unglaublich heiss. Das Thermometer zeigte immer mal wieder gepflegte 42°C an und wir kamen mit dem Trinken nicht hinterher. Man kann kaum so oft anhalten um Wasser und Cola nachzugiessen, wie man es durch schwitzen wieder verliert.

Die Aussicht und die Kurven entschaedigen jedoch ueber alle Massen, mindestens genauso schoen wie in Bulgarien zu fahren aber mit weniger Split/Kies/Sand. Nur das satte gruen Rumaeniens war noch schoener. Wenn man von einem der unzaehligen Berge zum naechsten will, so geht es erst mal ins Tal, dann durch ein Dorf, dann ewig in kleinen Kehren am Hang empor und wenn man es meint, geschafft zu haben, geht eine Kurvenhatz los bis zum Gipfel. Dort blickt man wieder unglaeubig ueber die hunderten Gipfel, blickt auf sein Navi und erklaert lapidar „einfach nach Westen, hinter einem der Gipfel sollte es dann sein“ und wiederholt dieses Prozedere ungefaehr dreissig mal. Natuerlich stiessen wir wieder auf Myrtle, the Turtle, wobei ich glaube, es war gar nicht die selbe. Aber die Aehnlichkeit war schon frappierend. Start in Thessaloniki, bei unglaublichem Verkehr um 08:30h, Ankunft in Igoumenitsa um 19:30h. Ein paar Pausen zum Ausgleich des Fluessigkeitshaushalts abgezogen, ergibt sich trotzdem eine enorme Fahrtzeit. Geniale Strassen, tolle Berge, klasse Landschaft aber der Schnitt leidet.

Statt nach einem Hotel/Hostel Ausschau zu halten, haben wir uns im Hafen von Igoumenitsa eine Faehrpassage gekauft und bestiegen um 23:00h die 22:30h Faehre. Diese „kleine“ Verspaetung wird sich noch ausdehnen, vielleicht hatten deshalb alle „Willkommen in Island“ SMS auf dem Display2. Die Wartezeit vertrieben wir uns mit diversen Plaeuschchen. Ein paar spanische Endurofahrer, ein Paerchen aus Augsburg3, die wir von den Vorzuegen der Hostels ueberzeugten und ein Paar4 aus Muenchen, die auf einer R1150GS durch Griechenland gefahren sind. Die gut 30°C im Hafen verleiten uns dazu, nur den Tankrucksack mitzunehmen und keine Isomatte oder Schlafsack. Kleiner Fehler, denn warm war es ja … auch nachts … aber scheisse hart auf der Plastikbank. -.- Naechstes Mal denke ich dran.

  1. Kaffee und Kippe []
  2. oder der satellitengestuetzte WiFi/GSM Spot bucht sich in ein islaendisches Netz []
  3. 2 Personen plus Zelt/Gepaeck auf einer K1200S []
  4. Vater und Tochter? []

Hellas…

19. Juni 2011 1 Kommentar
Hellas...

doch vor der heldenhaften Rettung einer griechischen Landschildkroete, lag ein weiter Weg.

Morgens wurden die Moppeds, nach einem kurzen Fruehstueck, welches aus mehreren Kaffee bestand1, aus dem Garten wieder auf die Strasse bugsiert. Diesmal mit weniger Kratzern, Uebung regelt. Ueber kleine Strassen ging es Richtung Berge, die sind zwar nicht sonderlich hoch2 aber unsagbar schoen. Und mitten in den Bergen kann man dann ein paar PKW Reifenspuren in der Pampa folgend zu einem kleinen See fahren, direkt am Sandstrand parken3 und den kuehlen Wind geniessen.

Waehrend ich mich versuchte wieder auf unter 45°C Koerpertemperatur zu bringen, hat sich Wolfi zum Essen einladen lassen und fabulierte wie wild mit den Einheimischen. Gut, Wolfi spricht kein Bulgarisch und die Bulgaren kein Wort English oder Deutsch aber die hatten sichtlich ihren Spass. Spass hatten wir auch, als wir der Wegweisung der Eingeborenen folgten und eine anspruchsvolle Passage meistern durften um wieder auf die Strasse zu kommen. Vermutlich dachten die, wenn die solche Enduroschiffe lenken, muessten sie es ja koennen. Danke fuer den Vertrauensvorschuss.

Und nun kommt der boese Teil der Reise. Unfall. Trotz Helm, hoert man schon 2 Kehren vorher4 ein Kind weinen, lauthals und vor Schmerz. Warnblinker und um die Kehre, liegt da eine Transalp und ein Hornetfahrer nebst Pegasolenker wuchten das Ding eben auf die Raeder. Der Fahrer der Transe hat sich mit Sozia5 bergab in der Kehre auf 10 cm tiefem Sand aufs Maul gepackt. Schutzkleidung? Ja, ein Helm, unbekannten Alters.

„No worry, nothing happen, we were so slow“. Das sieht das Kind anders, der Unterschenkel muss ziemlich schmerzen. Kein Bruch aber sauber gequetscht/geprellt. Wir haben dann die Krankenschwestern ohne Grenzen gemimt und der jungen Dame einen Salbenverband spendiert und dem Vater 2 Ibu 400 fuer das Kind gegeben. Wenigstens wurde sofort ein Shuttlefahrzeug organisiert, dass das Kind ins Spital bringt. Ein Gutes hatte das Erlebnis, mein Plan ab jetzt nur noch nackt und mit Sonnenbrille zu fahren, wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Bulgariens Berge … ein Traum. Jeder Pass und jede Etappe zwischen kleinen Doerfern ist wie ein Offroadpark mit Ueberraschungshindernissen. Wir haben es sehr genossen, wenn man es weiss, ist es richtig lustig.

Nicht Lustig .. gutes Stichwort. Wolfi fand es ploetzlich gar nicht lustig, keine Bremswirkung vorne zu haben. Die Bremsleitung am Sattel war nicht mehr fest, die Suppe hat sich ueber den Sattel und die Scheibe ergossen und er kann noch mit der Hinteren arbeiten. Reicht aber um bis nach Goce Delcev zu kommen, 1 Pulle DOT4 zu kaufen und ueber einen Schlauch in eine leere Wasserflasche zu entlueften. Die Bremse geht nun quasi so gut wie nie zuvor.

Man kann ueber einen kleinen Grenzuebergang, der auf meiner Papierkarte nicht mal drauf ist, von Ilinden6 nach Kato Nevrokopi7 ins benachbarte Griechenland fahren. Normale Grenze, kein kleiner Grenzverkehr. Schlagartig werden die Haeuser weisser8 und huebscher9 und die Spritpreise steigen von 1.20 EUR auf 1,80 EUR. Willkommen im Euroland.

Wir fahren weiter bis Thessaloniki, weil Wolfi so gern das Meer sieht, leider landen wir in einem 0,5 * Hotel, mitten auf der Hauptverkehrsstrasse, die sich im Netz noch als „historische Altstadtstrasse“ verkaufte. Laerm, Verkehr, ein Zimmer mit 10 qm und die Dusche ist Teil davon. Beim „Restaurant“ nebenan noch Gyros gegessen und Muenchen Schwabing Preise bezahlt. Ich will morgen raus aus diesem Moloch und schnell wieder Richtung „Einoede“, wo man das Essen bezahlen kann, die Menschen freundlicher sind und der Sprit nicht pro Tag mehr kostet, als Verpflegung und Uebernachtung zusammen.

Bis dahin sitze ich unter einer mehr als beschissen laufenden Klimaanlage, die manchmal kuehl ausblaest, in einem Zimmer, das gefuehlte 40° hat. Der Portier behauptet, es seien maximal 30°. -.-

Aktion Suchbild:
2 Bilder von Doppelzimmern. Eines kostet 26.- EYPO, hat Fruehstueck, Abendessen, WiFi, Dusche/WC und eine sehr nette Gastgeberin und befindet sich in Plovdiv. Das andere ist in Thessaloniki, kostet 40.- EUR, hat WiFi und Dusche/WC sind ins Zimmer eingebaut.

  1. es haette auch Wurst, Kaese, Brot, etc. gegeben []
  2. verglichen mit den Alpen []
  3. warum da Sand ist? Keine Ahnung []
  4. die man extrem langsam befahren muss, alles voller Kies und Sand []
  5. Tochter, etwa 11 Jahre []
  6. BG []
  7. GR []
  8. sauberer []
  9. also in meinen Augen []

Country Roads…

18. Juni 2011 Keine Kommentare
Country Roads...

anstrengend. Unglaublich anstrengend, wenn man 300 km bei fast 40°C fahren muss soll darf will. Von Varna ueber Burgas1, wo Wolfi noch Strandbilder machen wollte, ging es ueber kleine und mittlere Strassen nach Plovdiv. Man faehrt quasi zwischen den einzigen Bergketten2 in einem kochendheissen Tal ohne merklich Wind und die „weissen“ Strassen sind meist vollstaendig asphaltiert. Wenn man dann mal auf eine Kiesstrasse abbiegt, wird diese aber sehr schnell zu einer ueblen Piste, mit tiefen Senken und Wellen, Spurrillen und abenteuerlich grossen Steinen, so dass das Fahren richtig spannend und spassig wird. Diese muenden dann wahlweise bei einem alten Schafstall3, in dessen verfallenen Hallen 20 Jahre alte Felle vermodern oder in einem verlassenen Stadtteil einer x-beliebigen Stadt, der einfach aufgegeben wurde.

Hochhaeuser, in denen evtl. noch ein einzelner Bewohner zu finden ist, umgeben von laengst verlassenen Kindergaerten, Einkaufszentren und was so einen Stadteil eben ausmacht. 3 Ecken weiter ist wieder Asphalt, Menschen auf der Strasse, kleine Kneipen vor denen Leute sitzen und sich unterhalten, bzw. irritiert den 2 Moppeds hinterher sehen, die aufgepackt wie fuer eine Expedition, an ihnen vorbeirumpelten.

Die Kontraste sind enorm, einmal eine pulsierende Stadt, ein Viertel weiter sind es nur Baracken, dann Einoede fuer 50 km. Dann wieder ein Doerfchen, in dem die Zeit stehengeblieben ist und dann ein weiteres Dorf, dass in der Neuzeit angekommen zu sein scheint. Bulgarien ist, wie Rumaenien, ein Land der Gegensaetze, man sieht so viele Aspekte des Lebens auf sehr engem Raum und doch ist es wie eine Zeitreise alle paar Kilometer.

Auch wenn die Reise nun Richtung Griechenland weitergeht und die Eindruecke bestimmt auch toll sind, RO und BG muss ich mir mindenstens ein weiteres Mal ansehen.

Abgestiegen sind wir im HostelMostel, in Plovdiv4. Die Moppeds per Punktlandung in den Garten manoevriert und Aussenspiegel und Handprotektoren verkratzt. Immer noch besser als auf der Strasse geparkt, sagt der erfahrene Bulgare. Da will ich mal nicht den Besserwisser machen. Abendessen, duschen, bloggen, Bett.

  1. auch Kuestenstadt []
  2. nicht sehr hoch []
  3. oder Zuchtbetrieb []
  4. den Namen kann ich mir ums verrecken nicht merken []

War’n ja in Varna…

17. Juni 2011 Keine Kommentare
War'n ja in Varna...

und haben an unserem zweiten „faulen Tag“ eigentlich nichts gemacht ausser am Strand im Schatten gesessen1 und 2 h in der Sonne gebraten2. Danach noch essen und Mails checken im Happy Grill&Bar, denn die kriegen es auf die Kette ein funktionierendes, dauerhaftes WiFi fuer umsonst anzubieten, waehrend das **** Hotel, indem wir ansteigen alle 10 Minuten einen Totalausfall fuer 20 Minuten verzeichnete und fuer „zentrale Lage“ einen ernuechternden Ausblick.

Der war dermassen ernuechternd, dass wir angefangen haben unsere Waesche in der Badewanne zu waschen. Resultat, die Halfte ist noch feucht und wird auch nicht trocken bis zur Abfahrt. Das wird lecker mueffeln.

Varna an sich ist eine lebhafte Kuestenstadt mit Partymeile und 1 Million halbnackter, zaunduerrer Weibchen. Nett anzusehen aber irgendwie alles Show&Shine. Interessant allemal. Die Planung fuer den naechsten Tag sieht eine Etappe ins Landesinnere vor. Mal sehen was die „weissen“ Strassen in Bulgarien so hergeben, die rumaenischen waren reine Piste.

  1. ich []
  2. Wolfi []

Durch die Walachei ans schwarze Meer…

16. Juni 2011 1 Kommentar
Durch die Walachei ans schwarze Meer...

so aufregend und ungeheuer spannend die Karpaten sind, die Landschaft ein sattgruener Traum, so unglaublich oede ist die Walachei, also der Teil Rumaeniens, der nach den Bergen beginnt und sich bis zur Donau hinab zieht. Aber wenn man die bulgarische Schwarzmeerkueste sehen will, muss man da eben durch.Gestaerkt mit einem koscheren Fruehstueck1 geht es los.

Mein Navi deutete eine passable Streckenfuehrung an und was mir nicht auffiel2, ist die Sache mit der Faehre. Wir haben 10 km vor der Grenze unsere letzten 10 RON3 mit 2 Pepsi verjubelt und stehen dann an der Donau, wo uns keine Bruecke sondern eine Faehre erwartet. Ein freundlicher Zoellner gab uns den Tip, einfach zu erklaeren, wir haetten nur VISA und kein Bargeld und siehe da, die Frau in dem kleinen Kassenhaeuschen mein „nej problema“ und scheucht uns auf die Faehre.

30 Minuten spaeter legen wir an, fahren 500 Meter zur Grenze und sind nun offiziell in Bulgarien angekommen. Durch spannende aber aermliche Doerfer geht es Richtung Dobric und dann weiter Richtung Balcik und dann nach Varna. Unterwegs muss Wolfi an seiner Kuh noch abgeruettelte Teile befestigen und wird von einer Frau zu einem bulgarischen Yes-Torty eingeladen, er bedankt sich brav indem er der Runde Zigaretten ausgibt.

In Dobric an der Tankstelle treffen wir auf  Stanislav, der uns mit seiner Fazer zum Hotel fuehrt4. Meine Frage, ob er weiss, wo man in Bulgarien so „Laenderkennzeichenaufkleber“ fuer den Koffer findet, quittiert er mit einem Umweg ueber seine Garage und schenkt uns 2 Stueck aus Kunststoff mit Chrominitialen „BG“.

Nach einer verdammt noetigen Dusche5 staerken wir uns in einem von Stanislav empfohlenen Restaurant und er gibt uns noch eine Stadt- und Strandfuehrung bis 02:00h morgens. Wenn wir morgen mehr sehen wollen, seine Nummer ist immer erreichbar fuer uns.

Die Partymeile am Strand von Varna strotzt vor halbnackten Weibern. Lauter huebsche aber extrem freizuegig gekleidete junge Damen, das sei normal sagt Stanislav, morgen wirds schlimmer, da ist Wochenende. Na Mahlzeit.

Abgestiegen sind wir in einem **** Hotel, Wolfi setzte sich durch6. WLAN bricht alle paar Minuten ab, die Klimaanlage rennt auf Hochtouren und schafft es den Raum auf 30° zu halten, wahrend es draussen endlich unter 25° hat. Aber ich will nicht klagen, es ist sauber und gross und es gibt einen bewachten Parkplatz fuer die Moppeds, der angeblich7 notwendig ist. Meine Prellung und das daraus resultierende Haematom nimmt abenteuerliche Formen an und erstreckt sich nun ueber die Schulter und die Brust in schillernden Farben. Noch wird es nicht besser. Mal sehen was das noch wird.

  1. Noam, der Betreiber der Vila Vitalis ist Jude und hat hauptsaechlich Montainbiker aus Israel zu Gast []
  2. braucht man „daheim“ ja nie []
  3. rumaenische Lei []
  4. ok, das haette das Navi auch gekonnt aber das kennt nicht so interessante Sachen wie Erdrutsch und schoenster Blick aufs Meer, an denen unser Guide uns vorbeifuehrt []
  5. permanent zwischen 30 und 40° Celsius []
  6. und zahlte dafuer das Abendessen []
  7. laut Guide []

Transfagarasan…

15. Juni 2011 1 Kommentar
Transfagarasan...

ein Name wie gemalt, genauso ist auch die Landschaft. Ich habe in meinem Leben einen ganzen Haufen Paesse gesehen, Asphalt, Schotter, kurvig, lahm, spannend, voll, menschenleer aber der Transfagarasan stellt es in den Schatten. Die Berge, das Gruen, die Eindruecke, unfassbar.

Vor dem Glueck steht aber Reifenwechsel an. Wolfi nervt seit Tagen, dass er den Tourance loswerden will und die TKC80 fahren wir ja nicht zum Spass spazieren. Also beim empfohlenen Monteur1 sage und staune 50.- EUR gelatzt2 fuer 4 mal Gummi tauschen und dann geht die Reise weiter.

Schon kurz nach dem Beginn, nach ein paar lauen Kurven, scheint alles ein jaehes Ende zu finden. Durchfahrt verboten3 und ein Riesenschild markiert, das ab hier alles hoechst illegal waere. Die Passanten sehen unsere ratlosen Mienen und deuten an, dass wir gefaelligst weiterfahren sollen, da oben sei es so schoen.

Die schier endlose Strasse bis zum Nordtor des Tunnels ist atemberaubend, schoen und voller kleiner Fallen, mal eine kleine Lawine, die die Strasse auf ein Drittel mindert, mal ein Felsbrocken, gross wie ein Dacia Logan4, dann Schlagloecher gefolgt von Kies. Bisschen wie Transalpina aber mit Kehren und es schraubt einen gepflegt auf 2000 m hoch.

Dann das Tor. Nur eine kleine Tuer ist offen, man sieht in das Dunkel des Tunnels und sieht soviel wie in einem Baerenarsch. Wir sind ein wenig enttaeuscht aber freuen uns, dass wir hier sind. Licht am Ende des Tunnels. Es bewegt sich.. es sind 2 Moppeds. Finnische ADVRider kommen vom anderen Ende, muessen ihre Koffer demontieren, denn sonst kommen sie nicht durch die Tuer. Kein Problem sagen sie, einfach durch den Tunnel, dann auf dem Geroellpfad um die Lawine fahren und man sei durch.

3 Polnische Moppeds rollen auch noch hinterher nach ein paar Minuten, schwitzend und keuchend aber sie sind hier. Vom Tunnelende bis zum Ende des Transfagarasan5 sind es noch knapp 60 km sagen sie. Wir ueberlegen kurz, kalkulieren den Weg von hier nach dort, dann nach Osten, dann Nord, dann abbiegen .. dann nach Predeal6. Koennte klappen, nur troedeln ist nicht.

Koffer ab, Moppeds in den Tunnel, Koffer dran und ab die Post. Keine 2 min dauert es und wir sehen den Ausgang, die Lawine, ich umfahre kuehn auf dem Geroellpfad, da steht ein Lada 4×47, ich muss nach Links, kippe, Schulter sagt „das halten wir nicht“ und ich segel mal wieder auf die eh schon kaputte Stelle. Klasse, das Haematom geht mittlerweile vom Schulterblatt bis ueber die komplette linke Brust.

Ab dem Tunnel zieht sich der Pass ueber Berge, durch Taeler, durch Tunnel und ueber Staudaemme, alle paar Minuten ein neuer staunender Blick auf die Landschaft, die sich permanent aendert.

Nachdem wir bei einem Zwischenstop Pizza Thunfisch mit Zwiebeln, dekoriert mit Zitrone und einen Doener mit Pommes8 verspeist haben, haben wir immer noch gute 130 km vor uns bis zum Hotel „Villa Vitalis“. Im stockfinsteren versuchen wir toten Hunden und Schlagloechern auszuweichen und kaempfen uns ueber Bergruecken, Paesse hinauf und hinab bis zum Ziel. Freundlichst werden wir empfangen und die Moppeds sollen heute Nacht auf der Terrasse stehen, ist sicherer sagt man. Wolfi darf das uebernehmen, mit meiner Schulter fahre ich keine 10 nassen Holzstufen mehr auf eine Terrasse um eine Punktlandung zwischen den Tischen zu machen.

Insgesamt ein phaenomenaler Tag. Fahrerisch9 und landschaftlich ein Highlight. Wer meint, schon alles gesehen zu haben .. komm nach Rumaenien, die Karpaten sind nicht zu vergleichen.

  1. gibt es nicht so viele, meist nur Flickwerkstaetten, Vulkanisateure []
  2. Preise, schlimmer wie daheim []
  3. auf rumaenisch []
  4. inoffizielle Groessenbezeichnung ist 1 Logan und steht fuer „da gehen auch mal 8 Leute rein []
  5. DN7c []
  6. Hotel gebucht []
  7. mit seinen Offroadkumpels []
  8. innen drin []
  9. vom umfallen mal abgesehen []