Bullauge sei wachsam…

der Wartungsplan einer Vespa GTS300HPE sieht vor, dass man nach der 1.000er Inspektion, wieder bei der 10.000 km an die Karre muss, es sei denn, es ist Geburtstag (also von der Reuse, nicht vom Fahrer), dann wird das schwarze Gold getauscht.

Bei der GS damals (TM) fiel Jahrestag und 10.000 km haeufig aufeinander, die Karre wurde einfach gefahren bis der Arzt kommt. Die Wespe, auch dank des Coronadrecks, bewegte sich in einem Jahr nicht mal 5.000 km, also eigentlich nur 4.256 km um genau zu sein.

Zeit also, die fast neue 5W40 Sosse aus der Reuse zu holen und Frisches zu befüllen. Das ganze Ding wäre nun eigentlich keinen Zweizeiler wert, wäre da nicht die Sache mit dem Bullauge.

Der Ölpeilstab der italienischen Gurke ist so dermassen Arsch und neben schlecht erreich- und ablesbar, auch fummelig, dass man nach der 1.000er Inspektion vielleicht noch einmal einen prüfenden Blick darauf wirft und dann erst wenn die Öllampe pfeift oder der Hobel Geräusche macht, die so nicht sein sollten.

Nun bin ich eigentlich gesegnet mit einer HPE, die keinen merklichen Verbrauch zeigte auf die 4.256 km ihres Lebens. Garantie, dass das so bleibt, hat man aber nicht. Hier ist nun der Auftritt des Bullauges. Es gibt Original Ölwannen, in die ein findiger Mensch einfach ein Loch stanzt und dann ein Auge einpresst. Fertig. So simpel, so cool.

Dass die alte Wanne nach so kurzer Zeit, weder permanent in Siffwetter oder Salzlake unterwegs, schon so aussieht, ist ärgerlich aber nun auch schon egal. Nicht so egal ist der Zustand des Endtopfes. Der ranzt und fault vor sich hin, dass es eine wahre Pracht ist. Aber hier stellte der Mechanikus flugs einen Garantieantrag beim Hersteller und versprühte Zuversicht, dass in Kürze Ersatz käme.

Das ist der Moment, in dem man sich einen Nagelneuen auf Halde legen könnte und der Italienerin einen Krachpopovic oder Pfeiligeili oder DonLeonardo di Krawallo zu spendieren. Sind halt wieder 500.- bis 750.- EUR .. je nach Modell und Grad der Legalität (passende Euro Norm, Zulassung, Kat). Aber ich sehe mich schon die Kohle rausjuxen, wohin soll man denn sonst mit der Kohle in Covid-19 Zeiten? Puff hat zu, Reisen soll man auch nicht. -.-

Sinnvoller, da relevanter für Fahrsicherheit, Stabilität und Komfort, wäre ein Tausch der Federbeine, zumindest vorn .. naja und hinten weil ich halt zu fett bin für den Kahn.

Ein Kommentar

  1. Jetzt fehlt noch das Ölthermometer wegen der entfallenen Kühlrippen. 😉

    Ohne Quatsch, es gibt da eine Anekdote eines Mitarbeiters eines Herstellers, der wie Unkraut-Ex für Motoren klingt. Honda hatte da an der Rezeptur des Kühlmittels geschraubt und in dem Zusammenhang auch an den Feinheiten der Motoren. Das Zubehörkühlmittel hatte eine geringfügig schlechtere Wärmekapazität, was zu einer unkritischen leichten Erhöhung der durchschnittlichen Kühlmitteltemperatur führte. Was aber sofort auffiel, weil mit entsprechend justierten Lüfterschaltern diese den Propeller merklich häufiger anwarfen als vor dem Wechsel. Und bis man die Ursache für diese auffällige Wirkung rausfand (s.o.), das dauerte. “Honda könnte so was ja auch mal kommunizieren”.

    Musste bei den weggefrästen Kühlrippen direkt da dran denken, auch wenn der Motor der Reuse sicher nicht so sehr auf Kante genäht ist.

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