Ein Jahr Lockdown…

Ein ganzes Jahr ist es her, seit $CHEF eine Mail schickte, wenn man möchte, so könne man seine Siebensachen packen, den Laptop unter den Arm klemmen, beim Support ggf. notwendigen Kram abholen, um ab Montag vom HomeOffice zu arbeiten.

Diese damals (TM) noch sehr übertrieben wirkende Massnahme nahmen wir dennoch dankend an. Gleichwohl wir das Ausmass und die Tragweite dank der Meldungen aus der ganzen Welt, die wir auf einem grossen Monitor mit wachsender Besorgnis verfolgten, war HomeOffice für Alle ein radikaler Schritt.

So ist heute also der Jahrestag, am Freitag den 13.03.2020 um 14:30h verlies ich das Büro und kann es mir nicht vorstellen, jemals wieder dorthin zurückzukehren. Nicht weil es da doof oder schlimm wäre, einfach weil ich mir zwangsläufig inzwischen ein geräumiges Büro in den eigenen vier Wänden geschaffen habe.

Es war jedoch eine anstrengende Reise bis dorthin. Die Wut und die Hilflosigkeit, da HomeOffice nahtlos mit den ersten Ausgangsbeschränkungen in Bayern einhergingen, nicht mit dem neuen Rollator einfach spazieren fahren zu dürfen sondern immer die Ausrede “muss beim Bauern Milch holen” im Gepäck zu haben, erschwerte die Akzeptanz doch arg.

Und nun? Ich geniesse es. Und ich sammle Mehrarbeitsstunden, die dank Corona auch nicht so einfach abgefeiert werden können .. -.- also könnten schon aber wozu? Solange die Welt sich nur mit angezogener Handbremse dreht, erscheint mir “Freizeit” nicht sonderlich verlockend.
Naja .. wenn man morgens noch mit dem Zahnbürstel in der Goschen seine ersten Mails lesen kann, die Kaffeemaschine einen Latte Macchiato zaubert während man seine Arbeitsaufgaben für den Tag sortiert und das erste Meeting nur voraussetzt, dass man obenrum was an hat, das ist schon nett.

In meinen Augen leidet die Arbeitsqualität in keiner Weise, eher im Gegenteil. Fehlen die Kollegen? Nope, dank gefühlt 15 Videokonferenzen pro Woche, sehe ich alle öfter als mir lieb ist.

Damit befinde ich mich, das ist mir wohl bewusst, in einer sehr glücklichen Lage. Lange nicht alle Branchen kommen so “gut” durch die Pandemie und die teilweise absurden Regelungen erleichtern das sicher nicht. Ich bin heilfroh weder Gastronom noch ein Soloselbständiger zu sein, der Woche um Woche bangen muss, seine Ersparnisse aufbraucht und dann doch wieder nur warten kann. Tauschen möchte ich da nicht. Mein Mitgefühl haben diese jedoch, auch wenn sie sich davon nichts kaufen können.

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