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Archiv für September, 2012

Plitvicka Jezera…

8. September 2012 2 Kommentare
Plitvicka Jezera...

nein, Winnetou war nicht da, weder der BierPreiss noch ein Double, der Silbersee gehoert wieder den Cowboys Kroaten. Ich bin kein Wanderer, weder mag ich Spaziergaenge noch kaeme ich auf die Idee irgendwo rum zu laufen, Tuerme, Kirchen, Kloester oder sonstige Bauwerke anzusehen. Wenn ich es auf dem Krad nicht erreichen kann, dann muss ich es auch nicht sehen. Fertig, einfache Logik, passt. Und dann die Fotos von den Plitvicer Seen … nur zu Fuss zu erreichen … lockere 2 – 8 Stunden je nach Tour. Ich werde sterben. Mitten in der Natur. Leb wohl Du boese Welt.

Ok, ich lebe noch. Mir schmerzen die Unterschenkel, die Fersen und trotz 3 Litern Fluessigkeit und einer Pizza fuehle ich mich wie ausgetrocknet. War es das wert? War es notwendig 5 Stunden ueber Holzstege zu wandern, gefuehlte 10.000 Stufen zu Aussichtsplaetzen zu klettern? War es das wert? Ja. Gut, ich mach das nie wieder und habe auch gelernt, dass das Aufgeben des Rauchens dazu fuehrt, dass die Luft noch lange nicht aus ist, wenn die Kraft weg ist, das war vorher anders. 110 Kuna, also etwa 14,80 EUR pro Nase fuer Natur satt und die Mahlzeiten und Getraenke an den Rastpunkten war nicht wirklich teuer, Kroatien eben, Urlaub noch gut bezahlbar.

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Hrvatskatours…

7. September 2012 Keine Kommentare
Hrvatskatours...

wer schon mal mit einer Faehre reiste, der kennt das Prozedere. So etwa 30 min vor der geplanten Ankunft im Hafen teilt man per Lautsprecher mit, das alle „Truckdriver“ in ihr Parkdeck abruecken sollen. Das ist dann das Signal fuer den Kradfahrer, der in legerer Kleidung auf dem Schiff rumturnt, auch los zu latschen, denn er will sich in Ruhe am Mopped umziehen. Die Sonne stand schon auf 8 Uhr, die  Meute kommt in Bewegung und auch die froehliche Jungschar der christianisierten Welt marschieren Richtung „Garage“. Eine kleine Kette versperrt den Zugang und eine Stewardes, auf ihre Uhr schielend, gibt zu verstehen, es sei noch nicht soweit. Also warten wir … 10 min … 20 min … mittlerweile kommt Unruhe auf … 30 min. Warum auch immer die dumme F&$%) uns hier hat eine halbe Stunde stehen lassen, es ist heiss und eng und man wird dauernd angerempelt, sie schickt uns nun ans andere Ende des Schiffes. Die Trulla hat an dem Morgen ordentlich verbal bezogen, nicht nur von uns.

Auf dem Parkdeck klettert man dann unter Auflieger durch, zwaengt sich zwischen LKW und Bussen durch und zieht sich dann am Mopped vollends um. Da steht man dann 20 min waehrend alle Brummis ihre Motoren warm laufen lassen, ich hoer das rauchen auf und steh dann in einem Parkdeck voller Dieselruss. Auch geil irgendwie.

Dann aber raus auf die Strassen Kroatiens. Split ist jenseits des Hafens und der Tourimeilen nicht so der Bringer aber wir wollen ja in Richtung der Plitvicer Seen. Der Naturpark Velebit bietet sich als Route an und die Szenerie in den Doerfern und Gemeinden ist schaurig und interessant. Obgleich der Krieg seit ’95 rum ist, die Truemmer, die Reste der Zerstoerung stehen wie ein Mahnmal an jeder Ecke. Nicht sightseeing tauglich aber ein verdammt eindrucksvolles Zeitzeugnis. Unser Ziel ist eine kleine Pension mit sauberen Betten, WLAN und einer Katze. Was will man mehr.

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Christenverfolgung…

6. September 2012 Kommentare ausgeschaltet
Christenverfolgung...

ist nichts fuer Heiden. Vor allem wenn diese Sektenanhaenger in Scharen und in Fremdsprachen auftreten. Auf der Faehre von Ancona nach Split hatte es gefuehlte 300 Fanatiker dieses ulkigen Kultes um einen Gekreuzigten mit Wahnvorstellungen. Die singen und tanzen und beten und frohlocken bis der Arzt oder die Erloesung kommt, kam beides nicht aber wir fluechteten immer weiter ins Innere des Schiffs. Ueber Bord waere eine Alternative gewesen aber wenn, dann DIE.

Eigentlich wollten wir nur dem Regen in den Bergen entkommen, so zogen wir nach Amandola, fruehstueckten fleissig und fuhren dann nach Ancona um unsere per Interwebs gebuchten Tickets abzuholen und zu nutzen. Der Faehrhafen in Ancona ist bei weitem nicht so ein Riesenkasten mit unfreundlichen Beamten wie in Igoumenitsa und man kommt mit BlueLine Ferry per Deckpassage fuer unter 80.- EUR von Italien nach Kroatien. Im Conad in Ancona, nahe des Hafens noch flugs Lebensmittel geholt, damit die Ueberfahrt wenigstens kulinarisch ein Schmankerl wird. Tja und da sassen wir auf unseren Moppeds und warteten auf das Signal zum reinfahren, als die bunte Jesusfantruppe reinstolperte. Egal wo, auf dem Sonnendeck1 oder dem Club2 oder auf dem Weg zum Topf3, die Fanboys und -girls4 waren ueberall. Die Fahrt nach Ancona im stroemenden Regen5 oder die Tatsache das wir keine Therm-a-Rest mithatten6 und so auf dem harten Boden des Restaurants naechtigten, alles kein Thema aber diese Christen, die gehen schon ordentlich auf den Docht.

Split. Perle der Adria7 ist ein mit Plattenbauten gefuellter Moloch mit dem Charme eines nicht wieder modernisierten Karl-Marx-Stadt, Randbezirk, Pioniergasse Ecke Arbeiterplatz um ’93. Jedenfalls der Teil, den man durchfaehrt um schnell raus zu kommen.  Hafen und „Touristenziele“ sind natuerlich ein Hingucker und voller mediteranem Flair.

 

  1. ok, es war Nacht []
  2. da wollten wir dann pennen []
  3. gleich neben der „Kapelle“ []
  4. alles zwischen 20 und 200 []
  5. fuer 30 km jedenfalls []
  6. wollten ja nicht campen []
  7. wenn man Dubrovnik unterschlaegt []

Sibilli und sowieso…

4. September 2012 1 Kommentar
Sibilli und sowieso...

der heutige Fahrtag war durch den nachmittaeglichen Regenschauer gepraegt. Das Wetter wird man aktuell nicht wirklich los. Aber ein paar Stunden am Tag hat man herrliches, leicht bewoelktes und kuehles Klima, Berge, Schotter und Kehren. Die Marken sind eine unterschaetzte Region wuerde ich behaupten. Jedenfalls kenne ich bis dato nur einen einzigen Menschen, der davon erzaehlte und uns quasi dorthin verfrachtete. Das kann aber auch an der schieren Entfernung zur Zivilisation, sprich Muenchen, liegen. Wir sind hier auf Hoehe Roms und damit schon halb den Stiefel runter. Als kurzfristiges Ausflugsziel taugt das dann halt auch nicht. Was aber taugt ist z.B. die Pizzeria, die wir eben noch heimsuchten. Terra Nostra in San Ginesio und die Pizza Bianca, ohne Tomatensosse neben der klassischen Rosso Variante. Da schmeckt so eine Pizza irgendwie noch intensiver.

Apropos intensiv, jeder isst doch gerne Mozzarella. Diese mehr oder minder geschmacksneutrale weisse Scheibe Kuhmilchkaese, die man als „ohh wie italienisch“ lobt und dann mit ’ner Scheibe Tomate, moeglichst aus Holland, und ’nem Spritzer Balsamico, aus der 1.99 EUR Lidl Flasche runterzieht. Italienisches Lebensart in Gelsenkirchner Barock. Am Arsch! Mozzarella di Bufala, da geht die Sonne auf. Auch wenn der Klops Bueffelmozzarella ein geruettelt Mass mehr kostet als die Kuhmilchversion, es lohnt sich. Bueffel-Kuh Mix ist erlaubt, reiner Kuhmilchmozzarella eine Beleidigung.

Unser Quartier haben wir noch bis zum 06.09., dann kommen die „Nachmieter“. Die ganze Anmieterei war sowieso ein Anruf von $Spezl bei $Uralter_Spezl mit der Frage „wenn ich statt zu zelten mit 2 Bekannten komme, weisst Du wo wir unterkommen koennen?“ und 10 Minuten spaeter kam der Rueckruf „ruf die Nummer an, er erklaert den Weg und hat fuer euch ein Appartment„. Klassischer Deal im Dorf. Und wir sind guenstig, sauber und gut untergebracht. Aber eben bis Donnerstag, dann geht es weiter. Die Frage ist, weiter runter fahren und Italien tief im Sueden ansehen oder rueber nach Ancona fahren und eine Faehre nach Kroatien nehmen? Kommentare erwuenscht.

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ich weiss da eine schoene Gegend…

2. September 2012 Keine Kommentare
ich weiss da eine schoene Gegend...

spruchte $Spezl nach der Hochzeitsfeier. Das seine Gegend von Bergamo mal eben gepflegte 600 km weg ist, muss untergegangen sein. So haben wir uns auf die Schnapsidee eingelassen am Morgen nach der Feier auf die Reise in die Marche1 zu begeben. Und die Reise fuehrte ueber saemtliche SS und SP von Italien bis wir nachts um halb Zwoelf  im Parco Nazionale dei Monti Sibillini angekommen sind. Im Regen. Unterwegs hat sich dann der linke Kettenspanner raus vibriert… das war auch schon das spannendste2.

Der darauffolgende Tag war eher gemuetlich. Duschen, einkaufen, in der lokalen Bar rumhaengen und Tee und Cappuccino trinken, Mittagschlaf machen3 und Abends bei $Spezl von $Spezl zum Essen eingeladen um mit der 30 koepfigen Verwandschaft Dolce und Espresso zu vernichten bevor man Abends ins Bett fiel.

 

  1. Marken []
  2. vom Strassenstrich in Bologna mal abgesehen []
  3. ich habe derweil Dexter geschaut []

Matrimonio in Italia…

1. September 2012 2 Kommentare
Matrimonio in Italia...

wenn mich nochmal jemand auf eine Hochzeitsfeier in Italien einlaedt, ich wuerde Ja sagen. Nach einem Fruehstueck mit anschliessender Gesangsprobe in der Tiefgarage1 fuhren wir per Taxe zum Festzelt. Urspruenglich war ein Gartenfest angesagt aber die Wetterfee ist eine fette alte Sau und die angekuendigten Stuerme und Gewitter will man dann wenigstens halbwegs trocken ueberstehen. So wurde sehr kurzfristig umdisponiert und ein Zelt nebst Catering organisiert. Livemusik, Buffet, Karaoke, Staendchen von der Ukulele-Band2, mehrere Gaenge und noch mehr Nachspeisen. Ich habe mich sogar hinreissen lassen 3 Glaesser Schorle zu trinken3, was mir beinahe den Unmut des Brautvaters einbrachte, man kann so einen wundervollen Weisswein dann ja gleich in den Gulli kippen. Eine der4 Attraktionen war dann das Brautauto. Eine Ape50. Der Italiener sieht das Vehikel ja ohnehin jeden Tag, die zahlreichen Deutschen staunten sich die Augen aus dem Kopf und lobhudelten das Traditionsgefaehrt und dem Besitzer wurde schon meine F als Tauschobjekt angeboten. Wir begnuegten uns dann mit Probefahrten und kurvten stundenlang mit dem kleinen Knatterfrosch ueber das Gelaende. Davon angesteckt mischte sich auch das einheimische Volk drunter und alle hatten einen Heidenspass, fast noch mehr als an Karaoke.

Ich sing ja nicht. Also nicht mehr als ich muss und so habe ich „It’s a heartache“ und „ti amo“ nebst ein zwei anderer Klassiker noch mitgemacht aber als dann „Master of Puppets“ und „Seek and destroy“ krakeelt wurde, habe ich das Mikro abgegeben. Alles Wahngeistige. So sang und tanzte man in die Nacht und als des Abends die Cateringfirma zusammenraeumte und der Brautvater die erschrockenen Gesichter von uns sah wurde noch eine Portion Pasta mit Kaninchenragout gekocht und damit die Wartezeit nicht wie in der Sahelzone ausfaellt, noch mehrere Kilo Prosciutto und und Salami aufgeschnitten. Ich war selten so satt und selten so amusiert. Matrimonio in Italia? SI!

  1. fuer das Staendchen []
  2. daher die Probe in der Tiefgarage []
  3. mit 80% Sprudelanteil []
  4. ungeplanten []
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